Quelle: Hiltrud Breyer
Erstmalig werden weltweit hochtoxische Pestizide auf den Index gesetzt. Wirkstoffe, die Krebs erzeugen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzung schädigen sind in Zukunft verboten. Ebenfalls auf dem Index stehen die Umwelthormone (endokrine Disruptoren). So wollen es die neuen Zulassungsvorschriften für Pestizide, auf die sich Europaparlament und Rat geeinigt haben. Ein Durchbruch gelang auch bei den Verbesserungen für den Bienenschutz. In Zukunft muss sichergestellt sein, dass Wirkstoffe keine unakzeptablen akuten und chronischen Effekte auf Bienen haben. Es gelten in Zukunft genaue Dokumentationskriterien für Produzenten und Landwirte. Dies ist der Einstieg in den elektronischen Feldpass. Pestizidprodukte sollen künftig in Europa mit gegenseitiger verpflichtender Anerkennung in drei Zonen zugelassen werden. Auf Drängen des Europaparlaments werden dabei jedoch die Möglichkeiten der EU-Mitgliedsstaaten, zusätzliche Anwendungsbedingungen oder Beschränkungen aufzustellen, erheblich ausgeweitet. Dies ist das klare Ja zur Harmonisierung bei der Produktzulassung, lässt jedoch den EU-Mitgliedsstaaten Flexibilität, die jeweiligen nationalen Umweltstandards zu sichern. Die Einigung ist eine win-win-Situation für alle: sie bringt mehr Umwelt- und Gesundheitsschutz, Verbrauchersicherheit, schafft aber auch Innovationsanreize für die Wirtschaft und sichert deren Wettbewerbsfähigkeit.
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